Freudenberg-Chef Möhlenkamp stoppt Brennstoffzellen-Geschäft trotz reifer Technologie
Der Technologiekonzern Freudenberg zieht sich aus dem Geschäft mit Brennstoffzellen zurück. Dieser strategische Rückzug erfolgt nicht aufgrund technischer Unzulänglichkeiten, sondern wegen eines fehlenden Marktes. CEO Claus Möhlenkamp, seit knapp einem Jahr an der Spitze des Familienunternehmens, stellt klar: Die Technologie sei reif für den Einsatz, doch die notwendige Nachfrage und kommerzielle Tragfähigkeit fehlen derzeit vollständig.
Im Gespräch mit dem Handelsblatt erläutert Möhlenkamp die schwierige Abwägung. Die Entscheidung fällt in einer Phase multipler Krisen, mit denen der Vorstandsvorsitzende konfrontiert ist. Für den Zulieferkonzern bedeutet das Ende des Brennstoffzellen-Engagements eine klare Fokussierung der Ressourcen. Die Technologie, lange als Schlüssel für eine saubere Energiezukunft gehandelt, hat es am Markt nicht geschafft, die kritische Masse zu erreichen, die für ein profitables Geschäft erforderlich ist.
Der Schritt unterstreicht die tiefe Kluft zwischen technologischer Entwicklung und marktwirtschaftlicher Realität im Wasserstoffsektor. Er signalisiert erheblichen Druck auf die gesamte Brennstoffzellen-Branche und wirft Fragen zur Geschwindigkeit der Energiewende in der Industrie auf. Für Freudenberg ist es eine pragmatische Kurskorrektur in turbulenten Zeiten, die andere Player im Feld vor die gleiche harte Bewertung stellen könnte.