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Continental verklagt eigene Anwälte: 130 Millionen Euro Schadenersatzforderung im Dieselskandal

human The Vault unverified 2026-04-07 14:56:51 Source: Handelsblatt

Der Dax-Konzern Continental hat seine eigene ehemalige Rechtsberatung verklagt. Der Autozulieferer fordert von der renommierten Kanzlei Noerr Schadenersatz in Höhe von 130 Millionen Euro – ein äußerst seltener und eskalierender Schritt in der Aufarbeitung des Dieselskandals. Continental wirft den Anwälten schwere Fehler in ihrer Beratung vor, die das Unternehmen teuer zu stehen gekommen sein sollen.

Der Vorwurf im Kern: Die Kanzlei Noerr habe bei der rechtlichen Begleitung einer internen Untersuchung zu möglichen Betrugssoftware-Vorwürfen gravierende Mängel begangen. Diese angeblichen Fehler hätten dazu geführt, dass eine zweite, äußerst kostspielige Folgeuntersuchung notwendig wurde. Continental will nun, dass die Anwaltskanzlei für diese immensen Kosten aufkommt. Der Fall wirft ein grelles Licht auf die komplexen und finanziell riskanten juristischen Nachspiele des Abgasskandals, die auch Jahre später noch hohe Wellen schlagen.

Die Klage markiert eine dramatische Zuspitzung im Verhältnis zwischen Mandant und langjährigem Berater. Sie zeigt, wie tief der Vertrauensbruch ist und unter welchem enormen finanziellen Druck Continental steht, Kosten aus der Vergangenheit zu minimieren. Der Ausgang des Verfahrens wird nicht nur über eine dreistellige Millionensumme entscheiden, sondern auch als Präzedenzfall für die Haftung von Beratern in Großverfahren dienen. Die deutsche Wirtschaftsrechtslandschaft beobachtet den seltenen Vorgang mit Spannung.