Bundesregierung widerruft Schutzaufenthalte: Fast 800 Afghanen verlieren Aufnahmezusage seit Mai 2025
Die Bundesregierung hat seit Mai 2025 hunderte Aufnahmezusagen für Schutzsuchende aus Afghanistan zurückgenommen. Betroffen sind nach Recherchen von CORRECTIV nahezu 800 Personen, darunter besonders vulnerable Gruppen wie LGBTIQ-Personen, die in ihren Heimatländern Verfolgung ausgesetzt sind. Trotz früherer Zusagen, die diesen Menschen Schutz in Deutschland zusicherten, widerrief das zuständige Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) oder das Auswärtige Amt die Zusagen in zahlreichen Fällen.
Die Betroffenen befinden sich laut Bericht teilweise bereits in einem fortgeschrittenen Verfahren zur Aufnahme nach Deutschland. Lokale Behörden in Afghanistan oder in Transitländern informierten die Antragstellenden über den Widerruf ihrer Zusagen. Die Entscheidungen betreffen nicht nur Einzelpersonen, sondern auch Familien und Personen, die aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität in Afghanistan besonderer Gefahr ausgesetzt wären. Die Bundesregierung hat sich zu diesen konkreten Fällen bislang nicht öffentlich geäußert.
Die Entwicklung markiert eine deutliche Kursverschärfung gegenüber schutzbedürftigen Afghanen und steht im Kontext der laufenden Debatte über deutsche Aufnahmekapazitäten. Menschenrechtsorganisationen und Flüchtlingsinitiativen üben seit Bekanntwerden der撤回 Kritik an dem Vorgehen. Für die Betroffenen bedeutet der Verlust der Zusicherung eine unmittelbare Verschlechterung ihrer Sicherheitslage, da eine Rückkehr in den Afghanistan-Kontext für viele von ihnen keine Option darstellt.