Ende der Billigtrades? Was das PFOF-Verbot für Trade Republic und Co. bedeutet
Die Ära der Null-Provisionen bei Neobrokern wie Trade Republic, Scalable Capital und Co. steht vor einer Zäsur. Ein Verbot von Payment for Order Flow (PFOF) in der EU zwingt die Plattformen zu einer grundlegenden Neuausrichtung ihres Geschäftsmodells. Anleger fragen sich: Wird der Aktienhandel jetzt teurer? Ein aktueller Live-Talk der WirtschaftsWoche liefert erste Antworten und zeigt, welche konkreten Veränderungen auf die Kunden zukommen.
Das Verbot von PFOF, also der versteckten Vergütung, die Broker von Handelsplätzen für die Auftragsweiterleitung erhalten, trifft die Neobroker an ihrer empfindlichsten Stelle. Bislang konnten sie durch diese Einnahmen die Ordergebühren für Privatanleger auf nahezu null drücken. Mit dem Wegfall dieser Einnahmequelle müssen neue Preismodelle her. Die Diskussion dreht sich nun um die Frage, ob die Broker auf ein transparentes Provisionsmodell umstellen oder die Kosten auf andere Weise, etwa über höhere Spreads oder monatliche Flatrate-Gebühren, kompensieren werden.
Die Unsicherheit unter den Anlegern ist groß, denn die Neobroker haben in den letzten Jahren Millionen von Kunden mit dem Versprechen günstiger und einfacher Trades gewonnen. Sollten die Kosten tatsächlich steigen, könnte dies nicht nur die Attraktivität der Plattformen mindern, sondern auch das Handelsvolumen und die Dynamik des gesamten Retail-Trading-Marktes in Deutschland beeinflussen. Der Live-Talk zeigt: Die Branche steht vor einem harten Umbruch, und die Anpassungen werden die Art und Weise, wie Privatanleger investieren, nachhaltig verändern.