Trade Republic im Krisenmodus: Gründer Hecker gesteht Support-Desaster ein und kündigt radikalen Umbau an
Das Image des deutschen Fintech-Riesen Trade Republic ist durch anhaltende Probleme im Kundenservice massiv ramponiert. In einem exklusiven Interview mit der WirtschaftsWoche räumt Mitgründer Christian Hecker das Versagen offen ein und kündigt einen radikalen Ausbau der Support-Strukturen an. Sein erklärtes Ziel: Innerhalb der nächsten zwölf bis achtzehn Monate soll das Thema Kundenservice-Probleme vollständig aus der öffentlichen Debatte verschwinden.
Hecker gesteht dabei konkrete Fehler in der Vergangenheit ein. Die massive Wachstumsphase des Neobrokers, der Millionen von Privatanlegern in Europa bedient, habe die internen Prozesse überfordert. Die nun angekündigte Offensive zielt nicht nur auf Reparatur, sondern auf einen fundamentalen Umbau der Service-Architektur ab. Dies ist ein klarer Eingeständnis, dass die bisherigen Kapazitäten und Systeme den Kundenanfragen und Erwartungen nicht gewachsen waren.
Parallel zu dieser internen Krisenbewältigung positioniert sich Trade Republic offensiv gegen die etablierte Konkurrenz. Hecker bläst zum Angriff auf die traditionellen Banken und signalisiert, dass das Unternehmen nach der Bewältigung seiner Service-Schwächen gestärkt aus der Krise hervorgehen will. Der Erfolg dieses ambitionierten Plans ist jedoch ungewiss. Er birgt das Risiko, dass anhaltende Service-Mängel das Vertrauen der breiten Anlegerschaft weiter untergraben und damit die fundamentale Geschäftsbasis des Fintechs gefährden.